“For the love of…“ war 2006 eines der Newcomer Alben in der Schweiz überhaupt. Ansonsten wäre der Berner Musiker JONES wohl nicht zum DRS3 Swiss Top Artist des Monats Mai gewählt worden und hätte ein Konzert für die Soullady Erykah Badu eröffnen dürfen. Weitere grosse Auftritte feierte er im folgenden Jahr beispielsweise am Blue Balls Festival oder auf dem hauseigenen Gurten. Dies alles überrascht dann nicht mehr, wenn man sich dem überaus reifen Debüt zuwendet, das der Selfmademan in Eigenregie aufgenommen hat. Ja genau, nicht nur eingesungen, sondern auch eingespielt, produziert und geschrieben.

Nach dieser fulminanten Vorlage wartet nun sein zweites Album “Stay for a while“ mit neuen Songs auf. Fast ein ganzes Jahr zog sich JONES in seinem Homestudio – sprich seiner Einzimmerwohnung – zurück, um als frisch gemachter Soulstern mit internationalem Flair wieder hervorzukommen. Nächtelang tüftelte der Vollblutmusiker an Harmonien, Rhythmen und erdigen Beats. Das Allroundtalent komponiert und arrangiert den Soul so, dass man bereits bei den ersten Tönen hört, dass sie von einer echten Musikerseele hervorgebracht wurden. Geführt von seiner warmen, einzigartigen Stimme und dem typischen Gitarrensound, entführt uns das musikalische Allroundtalent in seine Klangwelt. So spielt er Melodien, um sie dann nachzusingen; immer mit einem rhythmischen Gerüst unterlegt, die der Genrebezeichnung Funk / Soul jederzeit gerecht werden! Meistens gitarresk und trotzdem keine Rockmusik, oftmals in einem Hammond-Akkord mündend, der die Musik wieder erdet. Wenn sich sich seine Stimme so schön leidend um die Harmonien windet, dann hat man die Gewissheit, dass die USA ihre Alleinherrschaft an gutem Soul definitiv hat abgeben müssen. Die Hooklines von JONES bleiben haften und seine Melodien, wie die der Radiosingle “Stay for a while“, begleiten einem durch den ganzen Tag und es wird zwangsläufig geschehen, dass man sich hin und wieder summend auf der Strasse ertappt.

Als Gastsängerin für die Soulballade “How could I“ konnte mit CHERI DENNIS nicht nur eine wahre Souldiva für das Duett gewonnen werden; der Sängerin werden aus gutem Grund jetzt schon Vergleiche mit Mary J. Blige, Faith Evans oder Brandy nachgesagt. Die grosse Bühne betrat sie 1999, als sie mit dem Rapper Mase zusammen einen Song eingesungen hatte. So wurde sie vom Hip Hop Mogul Diddy aka Puff Daddy entdeckt und sofort bei seinem Label Bad Boy Entertainment unter Vertrag genommen, wo sie für viele andere Künstler sang, wie beispielsweise mit dem Rap Phänomen, Jim Jones oder aber auch auf Diddys aktuellen Album. Dass es auch in der amerikanischen Major Szene immer noch Plätze für gute Soulstimmen zu ergattern gibt, beweist die junge Sängerin mit ihrem soeben erschienenen Debutalbum “In and Out of Love“.

Über das ganze Album unterwirft JONES seine Gesangsmetrik den reduzierten und auf den Punkt gebrachten Rhythmen, mit der Belohnung, dass die Songs als Ganzes hervorragend funktionieren. Vielleicht ist es auch einfach die Leichtigkeit und die Liebe zur Musik, mit der JONES an seine Songs herangeht, die das Album so weich, so erwärmend, so gewinnend und so soulig werden lassen. Da bleiben wir gerne noch ein bisschen.