Mit «Gangdalang» veröffentlicht der Zürcher Reggaesänger Phenomden ein vielfältiges Modern-Roots-Album. Mit seinen Reim- und Gesangskünsten vermag der Sänger, der schon jetzt 100% von seiner Kunst lebt, ein breites Publikum anzusprechen. Mit eindrücklicher Ehrlichkeit erzählt er in seinen Liedern von seinen Gefühlen, Problemen und Wünschen. Dabei nimmt er oft Bezug auf seine Herkunft und seinen Alltag, wie etwa im Song «Roots»:

(ich) vergiss niemals italie und gitarre vo mim vater gang am mittag zu de nonna, sie macht pasta mit tomate
meischtens hani gnueg doch iss mi ihre zlieb no satter sie isch enorm gsund für e frau i ihrem alter

In der Single/Video-Auskopplung «Stah da» singt Phenomden über sein Leben als Musiker und rät, den eigenen Weg zu gehen:

ich step as mic und ich säg ihne gangdalang was soviel heisst wie folged am tatedrang sitti das weiss, ja sittis verstande han dass mer au andersch chan als nur renne für babywrong

Zu den Themen Phenomdens gehört auch die Musik selbst. Im Song «Reggae-Kultur» gibt er Einblick in die Musikgeschichte Jamaikas, und in «Lied im Ohr» reflektiert er:

es lied isch en spiegel vom sänger wo s lied singt, sini meinig, sini stimmig, sini stimm
es lied isch en spiegel für däjenig wos wahrnimmt er losed`s und er spieglet sich drinn

Um seine Songideen umzusetzen, hat sich Phenomden auf ein breites Netzwerk von Musikern und Produzenten gestützt. Dazu gehört an erster Stelle die Basler Reggaeband The Scrucialists, die ihn auch live begleitet.

Die Schweizer Reggaepioniere Ganglords haben ebenfalls einen «Riddim» beigesteuert. Zudem hat Phenomden intensiv mit deutschen Produzenten gearbeitet: Ingo Rheinbay vom international bekannten Label und Sound-system Pow Pow; Ganjaman aus Berlin; Teka aus dem Kölner Rootdown-Camp (welches auch den Vertrieb in Deutschland macht); Kingstone aus Köln; Jr. Blender aus dem Hamburger Silly-Walks-Umfeld; sowie die Feueralarm-Band mit ihrem ersten «Riddim» für den Berliner Sound Supersonic. Schliesslich hat Phenomden auch Gäste vors Mikrophon geladen: Mit dem Sänger Rebellion the Recaller aus Gambia singt er in «Vill Lüüt» gegen das Vergessen jener an, die im Armengetto ums Überleben kämpfen, und mit IBK Tribe aus Österreich beschreibt er das rücksichtslose Treiben der Menschheit auf unserem Planeten («Chugle»).

So frisch Phenomden auf «Gangdalang» klingt – er hat bereits einiges geleistet: Seine allererste Single-Veröffentlichlung «Cha nüt defür» schlug 2004 nicht nur in den lokalen Reggae-Dancehalls ein, sondern erschien auch auf der Compilation «Dancehall-Fieber» in Deutschland und Österreich (Top-10 Airplay-Charts von FM4). Das erste Album «Fang ah» (2005) verkaufte sich in der Folge nicht nur in der Schweiz rund 6‘000 mal, sondern auch in Deutschland und Österreich fast 2‘000 mal. Verschiedene Reggaeproduzenten wurden auf das Mundart-Talent aufmerksam und «voicten» Phenomden auf ihre Riddims – zusammen mit bekannten jamaikanischen Stars. 2008 erreichte Phenomden sogar für mehrere Wochen Platz 2 der deutschen Reggaecharts («Nie genug» mit Uwe Kaa).
Dem Erwartungsdruck des zweiten Albums ging Phenomden geschickt aus dem Weg, indem er 2007 unter dem Pseudonym PHENOM MELODY das Konzeptalbum «Style-Generator» veröffentlichte. Selten waren so unbekümmerte und witzige Reime auf so «billigen» Riddims zu hören, und selbst der Kritiker von reggae-vibes.com meinte entzückt: «Sheer brilliance shines through in everything on and about this album…».

Zwischen seinen Studioaufnahmen spielte Phenomden zahlreiche Konzerte im gesamten deutschprachigen Raum – zuletzt als Support der jamaikanischen Dancehall-Queen «Lady Saw» sogar in ganz Europa. Im Jahr 2007 trat er fast jedes Wochenende mit Soundsystems in Deutschland auf. Auf der Bühne überzeugt Phenomden nicht nur durch seine Vielseitigkeit, sondern auch durch seine positive Stimmung und geballte Energie.

Phenomdens drittes Album «Gangdalang» erscheint auf dem Zürcher Reggaelabel One Ton in Zusammenarbeit mit Nation Music (CH), Rootdown (D) und Hoanzl (A).